Goldene Zeiten

Wenn einem Zeitabschnitt das Attribut „golden“ zugeordnet wird, dann verbindet sich damit die Vorstellung von Friede, Glück und allgemeiner Sorglosigkeit. Entweder liegen diese idealen Zeiten in einer verklärten Vergangenheit, oder sie sind Heilsversprechen für eine ferne Zukunft. In einer nachprüfbaren Gegenwart liegen sie selten.

Heutzutage fällt es uns schwer optimistisch auf eine bessere Zukunft zu hoffen – zumindest wenn wir dabei gedanklich im Diesseits bleiben. Zu viele Katastrophenmeldungen und düstere Prophezeiungen, die durch Prognosen und Berechnungen gestützt werden, lassen uns an eher schlechte Aussichten glauben. Dann richten wir unseren Blick doch lieber in die Vergangenheit. Die Sehnsucht nach der „guten alten Zeit“ wird werbewirksam eingesetzt: Die Kuchenmischung nach Großmutter-Art, das Radio im Retro-Look, die Mode der Siebziger und die Remakes der alten Schlager.

Mit der guten alten Zeit verbinden wir Verlässlichkeit, Bewährtes, Beschaulichkeit, Stabilität bis hin zu einem Wertesystem, das trägt.

Die kirchlichen Feiertage gehen auf ein solches Wertesystem zurück. Gewiss, nicht alle Traditionen waren gut und sinnvoll und doch lohnt es sich diese kleinen „goldenen Zeiten“ im Kalenderjahr einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Unsere Bilder würden so wohl kaum in einem Fotoalbum zu finden sein, sie zeigen keinen Schnappschuss aus vergangenen Zeiten, sondern Gebrauchsgegenstände. Auf den ersten Blick ist nicht immer zu erkennen, was sie mit dem jeweiligen Feiertag zu tun haben. Da bleibt viel Raum für eigene Gedanken. Darum lassen Sie sich Zeit und überlegen Sie erst einmal, bevor Sie die Erklärungen lesen.

Vielleicht entdecken Sie in dieser Ausstellung den einen oder anderen Feiertag ganz neu als „goldene Zeit“ und werden sich beim nächsten Mal so richtig an ihm freuen können.

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